Beschuldigte Person

Als beschuldigte Person gilt, wer in einer Strafanzeige, einem Strafantrag oder von einer Strafbehörde in einer Verfahrenshandlung einer Straftat verdächtigt, beschuldigt oder angeklagt wird (Art. 111 StPO). Die beschuldigte Person muss die Einleitung eines Strafverfahrens und Verfahrenshandlungen unter Einschluss von Zwangsmassnahmen dulden, ist aber nicht verpflichtet, das Strafverfahren durch aktives Verhalten zu fördern und sich selbst zu belasten (Art. 113 StPO). Ihr steht ein Aussageverweigerungs- und Mitwirkungsverweigerungsrecht zu.

Ein beschuldigtes Unternehmen hat seinen Vertreter bzw. seine Vertreterin grundsätzlich selbst zu bestimmen und aus dem Kreis der Personen auszuwählen, die uneingeschränkt zur Vertretung des Unternehmens in zivilrechtlichen Angelegenheiten befugt sind (d.h. bei einer AG Direktoren, Direktorinnen, Verwaltungsräte, Verwaltungsrätinnen, Delegierte des Verwaltungsrats etc.).

Ausgeschlossen als Vertreter oder Vertreterin ist, wer wegen des gleichen Sachverhalts, der dem Unternehmen vorgeworfen wird oder wegen eines damit zusammenhängenden Sachverhalts in einer Strafuntersuchung steht (112 Abs. 3 StPO). Der Unternehmensvertreter bzw. die Unternehmensvertreterin sowie seine bzw. ihre direkten Mitarbeitenden haben die Stellung einer Auskunftsperson. Gleiches gilt für die potenziellen Unternehmensvertreter/innen und deren direkte Mitarbeitende (Art. 178 Bst. g StPO).