Geschädigte Personen

Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 StPO). Geschützte Rechte sind dabei neben Leib und Leben insbesondere das Eigentum, Vermögen, Ehre, Freiheit, sexuelle Integrität oder das Selbstbestimmungsrecht.

Die geschädigte Person (Art. 115 StPO) nimmt bei Offizialdelikten nicht automatisch die Stellung einer Partei mit allen dazu gehörenden Rechten ein, sondern ist vorerst „bloss" eine andere Verfahrensbeteiligte nach Art. 105 StPO. Zur Partei wird die geschädigte Person nur, wenn sie sich als Privatklägerschaft konstituiert, d.h. ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen (Art. 118 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). Bei Antragsdelikten führt der Strafantrag zur Konstituierung als Privatklägerschaft und zwar als Straf- und Zivilklägerschaft (Art. 118 Abs. 2 StPO). Allerdings kann der Strafantragsteller erklären, dass er zwar Strafantrag stellen, am Verfahren aber weiter weder als Zivil- noch Strafkläger teilnehmen will.