Zeugen & Auskunftspersonen

Gemäss Legaldefinition werden nicht an der Begehung einer Straftat beteiligte Personen, die zur Aufklärung dieser Straftat dienende Aussagen machen können, als Zeugen befragt. 

Zeugnisfähig ist eine Person, die älter als 15 Jahre und hinsichtlich des Gegenstands der Einvernahme urteilsfähig ist (Art. 163 Abs. 1 StPO). Als Auskunftsperson statt als Zeuge wird einvernommen, wer zur Zeit der Einvernahme das 15. Altersjahr (bisher 12. Altersjahr) noch nicht zurückgelegt hat (Art. 178 Bst. b StPO). Nicht als Zeuge, sondern als Auskunftsperson ist ferner zu befragen, wer wegen eingeschränkter Urteilsfähigkeit nur im eingeschränkten Masse fähig ist, den Gegenstand der Einvernahme zu erfassen (Art. 178 Bst. c StPO).

Eine geschädigte Person, die sich als Privatklägerschaft konstituiert hat, wird als Auskunftsperson einvernommen (Art. 178 Bst. a StPO). Sie ist trotz ihrer Stellung als Auskunftsperson vor der Staatsanwaltschaft und der Polizei (im Rahmen einer delegierten Einvernahme) wie eine Zeugin oder ein Zeuge zur Aussage verpflichtet (Art. 180 Abs. 2 StPO). Die Bestimmungen über die Zeugen und Zeuginnen sind mit Ausnahme von Art. 176 StPO bei der Einvernahme der Privatklägerschaft sinngemäss anwendbar.